Dienstag, 3. September 2013

Rezension: Das verbotene Eden - David und Juna von Thomas Thiemeyer


Ein paar Infos rund ums Buch


Erscheinungsdatum: 22. August 2011
Verlag: PAN Droemer Knaur
Seitenzahl: 464
Gebundene Ausgabe: 16,99€
kindle Edition: 4,99€
Hörbuch: 16,99€
Erster Band einer Trilogie
Band 2: Das verbotene Eden – Logan und Gwen
Band 3: Das verbotene Eden – Magda und Ben
                                                                                                                                                          

Klappentext

Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den „dunklen Jahren“ leben die Geschlechter in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in städtischen Ruinen hausen, haben die Frauen auf dem Land ein neues, streng abgeschottetes Leben angefangen. Kinder gibt es kaum noch, und wieder drohen neue Kämpfe. Als die 17-Jährige Kriegerin Juna ausgesandt wird, einen Gefangenen zu nehmen, stößt sie ausgerechnet auf den jungen Mönch David, der nichts lieber tut, als sich in verbotene Schriften der alten Zeit zu flüchten. Romeo und Julia ist seine Bibel – und als plötzlich ein leibhaftiges Mädchen vor ihm steht, reißt es ihn in einen Wirbel der Gefühle. Nichts scheint undenkbarer, gefährlicher, tödlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen Juna und David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …
                                                                                                                                                          

Zum Cover

Das Cover ist nichts Außergewöhnliches. Es zeigt die beiden Hauptprotagonistin David und Juna und man sieht die Karte, die sich auch im Buch befindet, hinter den beiden durchscheinen. Passt sicherlich zur Geschichte, aber etwas Besonderes ist es jetzt auch nicht.
                                                                                                                                                           

Meine Meinung zum Buch

Die Idee, dass ein Grippeimpfstoff Mutationen bei Grippeviren auslöst, was unter anderem dazu führt, dass Männer und Frauen sich gegenseitig hassen und nicht mehr miteinander leben wollen und können, ja, sich sogar bis aufs Blut bekämpfen wollen, da sie sich gegenseitig als den Urheber allen Unglücks ansehen, ist als Grundidee sehr innovativ. Sie ist neu, abwechslungsreich und der Titel passt entsprechend den Konsequenzen super zum Inhalt des Buches. Allerdings erscheint mir eine solche Zukunftsvision doch recht abwegig und konstruiert. Man gewöhnt sich jedoch schnell daran und akzeptiert dieses Setting und lässt sich von der Spannung mitreißen.
Das verbotene Eden wurde ja sehr gehyped, es war überall zu sehen, in nahezu jedem Youtube-Video tauchte es bei den Booktubern auf und es kam sehr gut an. Bedauerlicherweise kann ich von mir selbst nicht sagen, dass ich vom Buch umgehauen worden bin. Ich fand es zwar sehr interessant, der Schreibstil von Thomas Thiemeyer ist leicht und fließend, sodass die Seiten nur so dahinplätschern, kein Satz wirkt gestelzt, allerdings hatte ich kein Mitleid mit dem Schicksal der einzelnen Charaktere. Weder mit dem vom David und Juna, noch mit dem der Menschen um sie herum. Nichts. Nada. Ich habe nicht mit ihnen mitgefühlt, mich höchstens gehässig über sie schlappgelacht. Insbesondere über den Mann mit der Augenklappe. Der tat mir ja sooooo leid. Nicht! Dass ich nicht mit den Charakteren mitfühlen konnte, liegt vermutlich daran, dass mir beide Gruppen in ihrer Haltung dem anderen Geschlecht gegenüber zu arrogant, zu herablassend und teilweise zu kleinkindmäßig waren, á la „Jungs/Mädchen sind doof!“. Das wiederrum hat mich wirklich gut unterhalten, da ich länger kein Buch mehr gelesen habe, bei dem ich zwischenzeitlich „Ja nee, is klar, was redest du da?“ oder „Du …“ gerufen hab und mich so richtig schön über die Aussagen der Charaktere aufgeregt habe.
Auch hatte ich beim Lesen das Gefühl, mehr in einem High Fantasy Roman zu stecken, was an der Art zu kämpfen, insbesondere der der Frauen und an der Darstellung der Religion und dem Umgang mit dieser lag, als in einer Dystopie, dabei ist Das verbotene Eden doch eine, oder? Das hat mich nicht gestört, allerdings verwirrt, da ich Schwierigkeiten hatte, das Genre zuzuordnen.
Ich habe ja bereits gesagt, dass ich mit den Charakteren nicht mitfühlen konnte. Auch mit den Hauptcharakteren bin ich nicht richtig warm geworden. Juna war mir, obgleich sie als bewundernswert starker Charakter auftritt, zu arrogant, so als ob nur sie wüsste, was richtig ist und als ob sie immer alles richtig machen würde und vollkommen fehlerlos sei. Und David war mir schlichtweg zu naiv mit seinem Urvertrauen. Die Szenen mit David und Juna, auch wenn man etwas länger auf die Liebesgeschichte warten muss, wirken so echt zur Geschichte, von Vorsicht über Skepsis hin zur Akzeptanz, absolut ohne Kitsch und Schmalz, Danke Thomas Thiemeyer, das hängt mir nämlich so langsam zum Hals raus. Sehr gefallen hat mir auch, dass die Perspektiven zwischen Juna und David hin und her gewechselt haben und dass die Liebesgeschichte sich nicht total in den Vordergrund gedrängt und alles andere verdrängt hat. Ich hatte das Gefühl, es geht mehr um die Geschehnisse zwischen den Männern und Frauen als um die Liebesgeschichte und das hat mir sehr gefallen.
Ein lustiger Aspekt der Gleichgeschlechtlichkeit in Das verbotene Eden ist die Heterophobie der Charaktere. Es war sehr unterhaltsam, dass der Sexualitätsspieß einmal umgedreht worden ist.
                                                                                                                                                          

Bewertung/Fazit

Sprache: 4/5
Unterhaltungswert/Faszination: 4/5
Nachdenklich gestimmt: 1/5
Überraschungswert, Einfallsreichtum: 3/5
Charaktere: 2/5
Länge, Schnelligkeit: 3/5
Illustration/Covergestaltung: 2/5

Insgesamt ein netter Einstiegsband mit einer sehr innovativen Idee. Ich hoffe, wir erfahren in den Folgebänden Logan und Gwen und Magda und Ben mehr über das Virus und den Grippeimpfstoff, der die Mutation des Virus erst ermöglicht hat.
Insgesamt bekommt Das verbotene Eden – David und Juna 19 Punkte und die Schulnote 3 von mir.


Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen dieses oder eines anderen Buches. =)
Herzliche Buchgrüße,
                                        Mary

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