Montag, 18. April 2016

Rezension: MOCKINGJAY (DIE TRIBUTE VON PANEM - FLAMMENDER ZORN) von Suzanne Collins

Infos

3. und letzter Band der weltweit bekannten, geliebten, es zur Schulbuchlektüre im Englischunterricht gebrachten Bestseller-Trilogie von Suzanne Collins, nicht nur bereits vollständig auf Englisch und Deutsch erschienen, sondern auch in vier Filmen  in die Kinos und die heimischen DVD- und BlueRay-Player gebracht. In Deutschland sind DIE TRIBUTE VON PANEM im Oetinger Verlag erschienen.
 


Die anderen Bücher der Trilogie

Inhalt

 
Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta: Die Regierung setzt alles daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einzusetzen. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das ohne Rücksicht auf Verluste. Als Katniss merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind.
 

Meine Meinung

 
Dieses Buch hat mich aus den Socken gehauen. Und Nein, ich habe nicht unter einem Stein gelebt und die Trilogie erst jetzt beendet, sondern einen Reread des Finales gestartet. Und wieder einmal hat sich MOCKINGJAY als Paradebeispiel dessen gezeigt, was ich von einem Finale erwarte. 
MICKINGJAY ist durchweg so spannend, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte, so actiongeladen und absolut mitreißend ist es. Vielleicht merkt man es nicht unbedingt beim ersten Lesen so bewusst, aber der Abschlussband der TRIBUTE VON PANEM wirft unheimlich viele moralische Fragen auf: Wie weit darf man gehen, um ein diktatorisches Regime zu stürzen? Darf man gleiches mit gleichem vergelten? Wenn darf und würde man opfern, um das Ziel, Umsturz zur Friedensherbeiführung zu sichern? Wo sind die Grenzen zu ziehen, was ist schon zu unmenschlich und was ist gerade noch so im Rahmen? DIE TRIBUTE VON PANEM - FLAMMENDER ZORN zeigt sehr schön, dass im Krieg keine Seite eine weiße Weste behält und es kein Schwarz und weiß mehr gibt, sondern nur noch grau, weil Mord an Menschen eben nun mal Mord an Menschen bleibt, egal wie gut gemeint die Ziele sind und egal, ob es die Feinde sind oder nicht. 
Team Gale Vs. Team Peeta? Keine Frage, denn wenn wir doch mal ehrlich zu ins selber sind, war von Anfang an klar, dass Katniss und Peeta am Ende richtig zusammenkommen werden. Denn wie die Bände allesamt gezeigt haben,kann nur jemand, der ebenfalls die Schrecken einer Arena kennt, die kaputte Psyche, die man danach mit sich herumträgt, verstehen und teilen. Die Art und Weise, wie Gale am Ende endgültig aus dem Rennen geworfen wurde, unterstreicht diese psychologischen Aspekte noch.
Das Buch bringt auch zum Weinen, denn im Krieg verlieren wir natürlich auch treue, uns ans Herz gewachsene Weggefährten und gerade bei Finicks Schicksal, bei dem ganz am Ende in einem kleinen Satz noch einmal ordentlich nachgetragen wird, brach mir das Herz. In MOCKINGJAY fühlt man mit den Roden richtig mit und empfindet den Schmerz der Charaktere nach wie seinen eigenen. Katniss's Trauer, ihre Depressionen und ihren Schmerz spürt man wie am eigenen Leib, ihr Verhalten ist furchtbar authentisch für einen trauernden Menschen, der (fast) alles verloren hat, was ihm lieb und teuer ist. Der erste und dieser dritte Band sind es, die ihre Liebe zu ihrer kleinen Schwester hervorheben, für die sie in die Arena, den Tod vor Augen, gegangen ist, für die sie einfach alles tun würde, deren Erwachsenwerden sie aber auch erkennt und anerkennt und die somit teilweise auch zu einer Beraterin für ihre große Schwester Katniss wird.
 

Fazit


Das Tempo des Buches ist nach einer kleinen Einführung schnell, es geht alles sehr zackig vonstatten. Die Charaktere machen eine finale Entwicklung durch und ihre dunklen Seiten, ihre schlechten Eigenschaften werden ungeschönt offen gelegt. Besonders gut haben mir die Stellen gefallen, an denen Katniss über ihre Fehler reflektiert hat und ihren Nutzen für die Rebellion angezweifelt hat, weil es nicht die Art war, die andere Protagonisten an sich haben, herumzukommen damit ihnen jemand sagt, wie toll sie sind, sondern weil Katniss sich selbst einen Spiegel vorgehalten hat oder einen vorgehalten bekommen hat und die Chance genutzt hat, an sich zu arbeiten. Die Spannung und Action reißen das gesamte Buch über nicht ab und am Ende bleibt man erschüttert und (mit)trauernd zurück. Es ist sicherlich brutaler als die ersten zwei Bände, was aber nicht überrascht, wenn man bedenkt, dass wir uns nun nicht mehr in einer Arena mit 24 Tributen, sondern in einem Krieg zwischen Distrikten und dem Capitol befinden. Da darf es weder überraschen, noch schockieren, dass es quasi Leichen regnet und wenn keine neuen brutalen Waffen und Fallen auftauchen würden, dann würden wir uns jetzt darüber beschweren, dass Suzanne Collins nichts Neues eingefallen wäre.
MOCKINGJAY/DIE TRIBUTE VON PANEM - FLAMMENDER ZORN hat mich aus den Socken gehauen und ganz und gar an sich gefesselt und deswegen erhält es auch von mir die Höchstbewertung.
 

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